PRA Progressive Retinaatrophie
Was ist PRA ?
Bei der progressiven Retinaatrophie (PRA) handelt es sich um ein langsam fortschreitendes Absterben der Netzhaut von Hunden und – weniger häufig – Katzen. Es handelt sich hierbei um eine erbliche, progressive und letztlich zur Erblindung beider Augen führende Erkrankung, wobei die degenerativen Prozesse im Bereich der Photorezeptoren beginnen und im Verlauf der Erkrankung die gesamte Netzhaut mit einbeziehen. Trotz des ähnlichen klinischen Erscheinungsbildes kann der Symptomatik eine Vielzahl verschiedener Ursachen zugrunde liegen.
Wie erkenne ich PRA
Die Photorezeptordegeneration tritt meist zwischen dem 3. und 6. Lebensjahr erstmals in Erscheinung und äußert sich zu Beginn mit zunehmender Dämmerungsschwachsichtigkeit und Nachtblindheit. Auffallend sind die vergrößerten und bei Nacht stark leuchtenden Pupillen. Die Hunde stoßen in der Dämmerung und bei Nacht oft an Gegenstände, die sie tagsüber noch sehen können. In fortgeschrittenem Stadium ist dann auch das Tagsehen beeinträchtigt und die Tiere erblinden allmählich. Da diese Netzhautdegeneration aber langsam verläuft (zwischen Anfangssymptomen und vollständiger Erblindung liegen meist mehrere Jahre), haben die Tiere genügend Zeit, sich an die Situation zu gewöhnen. Der Hund ist ein „Nasentier“ und kompensiert seine Behinderung meist recht erfolgreich.
Die Untersuchung ist nicht schmerzhaft und erfolgt mittels Ophthalmoskopie (Betrachtung des Augenhintergrunds mittels Augenspiegel). Die Diagnose ist nicht ganz einfach zu stellen und bedarf einiger Erfahrung seitens des Tierarztes. Da die PRA frühestens beim erwachsenen Hund im Alter von ca. 3 Jahren zu erkennen ist, gibt es bei einigen betroffenen Hunderassen wie z.B. dem Labrador, Chesapeak Bay Retriever und Duck Toller bereits die Möglichkeit, eine frühzeitige Diagnose bereits im Welpenalter mit Hilfe eines DNA-Tests zu stellen.
PRA Therapie
Leider muss auf diese Frage mit einem eindeutigen “Nein” geantwortet werden. Bis heute gibt es keinerlei Medikamente oder operative Massnahmen, um die PRA zu heilen, aufzuhalten oder gar nicht erst zum Ausbruch kommen zu lassen. Aus diesem Grund ist es ungemein wichtig, die PRA durch züchterische Massnahmen (regelmässige Kontrolluntersuchung von Zuchttieren und Ausschluss befallener Tiere und deren Eltern und Geschwister von der Zucht) zu bekämpfen. Bei vielen Hunderassen sind diese sogenannten Vorsorgeuntersuchungen bereits Pflicht, um die Zuchtzulassung zu erlangen und werden von spezialisierten Tierärzten durchgeführt.