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Letzte Änderung am Montag, 12. Juli 2010 um 14:51:36 Uhr.


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Bevor die ersten Zecken kommen

Bevor die ersten Zecken kommen

Zecken sind nicht nur ein hygienisches Problem, sondern auch gefährlich, da durch sie Krankheiten übertragen werden können. Durch den Zeckenbiß werden mit dem Speichel die spezifischen Krankheitserreger auf das betroffene Wirtstier übertragen. Auch entstehen häufig an der Injektionsstelle lokale Infektionen.

Vorsichtiges Entfernen von Kopf und Rumpf durch ein vorsichtiges Drehen; am besten mit einer Pinzette. Quetschungen des Zeckenkörpers sind zu vermeiden!

Im Gegensatz zum Flohbefall, der ganzjährig erfolgen kann, kommt es zum Zeckenbefall hauptsächlich von März bis Juni und dann wieder von September bis Oktober. In trockenen Sommermonaten sind Zecken weniger aktiv. Optimale Umweltbedingungen sind
17 bis 20 Grad Celsius Umgebungstemperatur und 80 bis 95% Luftfeuchtigkeit.
Zecken leben im Gestrüpp unserer Wälder und je nach Entwicklungsstadium in unterschiedlichen Höhen.
In Deutschland heimisch ist Ixodes ricinus, der gemeine Holzbock. Diese Zeckenart kommt mit Abstand am meisten in Deutschland vor. Durch Hundetourismus aus Südeuropa eingeschleppt, und in einigen Regionen Deutschlands schon heimisch, ist Rhipicephalus sanguineus , die braune Hundezecke. Diese Zecke kann sich allerdings in unseren Breitengraden nur in Wohnungen vermehren. Sie befällt nicht Katzen oder den Menschen, sondern nur den Hund.

Entwicklungszyklus der Zecken:

Die Zecken haben, wie auch die Flöhe, mehrere Entwicklungsstufen. Allerdings machen sie keine Puppenruhe durch (hemimetabole Insekten); es finden sich folgende Entwicklungsstadien: Eier – Larve – Nymphe – adulte Zecke.

Die vollgesogenen Weibchen legen unter Steinen und Pflanzen ihre Eier ab; danach sterben sie. Nach ca. 3 bis 5 Wochen schlüpfen die 6-beinigen Larven. Diese haben ein spinnenähnliches Aussehen und sind ca. 1 mm groß. Nach ca. 5-7 Wochen häuten sich die Larven zur 8-beinigen Nymphe und nach wiederum 10 bis 18 Wochen häutet sich die Nymphe zur erwachsenen (adulten) Zecke.

Jedes Entwicklungsstadium muß Blut saugen, bevor es sich zum nächsten Stadium häutet. Je nachdem, ob jedes Entwicklungsstadium ein neues Opfer befällt, Blut saugt und sich anschließend wieder fallen läßt, oder ob die gesamte Entwicklung auf einem Wirt stattfindet, unterscheidet man ein- und dreiwirtige Zecken. Ixodes ricinus ist dreiwirtig, also befällt jedes Entwicklungsstadium der Zecken ein neues “Opfer”. Die Larve befällt meist kleine Säugetiere (z. B. Nagetiere), die Nymphe etwas größere Säugetiere, wie z. B. Vögel oder Eichhörnchen, aber auch häufig Kinder und unsere Haustiere. Die adulte Zecke von Ixodes ricinus befällt sowohl Hunde, Katzen, Rinder, Schafe und andere Wild- und Haustiere als auch den Menschen.
Bei Rhipicephalus sanguineus handelt es sich ebenfalls um eine dreiwirtige Zecke. Allerdings befällt diese Zecke ausschließlich den Hund.
Die Entwicklung des Holzbockes kann innerhalb ein paar Monaten vonstatten gehen. Meist dauert sie aber 2 bis 3 Jahre, da nicht immer ein geeigneter Wirt zur Verfügung steht. Die Entwicklung von Rhipicephalus sanguineus verläuft dagegen im allgemeinen schneller, da diese Zeckenart nur auf eine Spezies angewiesen ist.
Erwachsene Zecken kann man morphologisch gut an der Beinstellung unterscheiden. Bei Ixodes ricinus ragen die Beine am Kopfbereich vorne heraus, wohingegen bei Rhipicephalus sanguineus die Beine seitlich herausragen. Auch verankert sich Rhipicephalus sanguineus nicht so stark in der Haut, so daß diese Zeckenart leichter zu entfernen ist.

Krankheiten durch Zecken:

Bei den Krankheiten, die durch Zecken über-tragen werden, spielt in unseren Breitengraden besonders die Borreliose (Lyme Disease) und die FSME (Frühsommermeningoenzephalitis) eine Rolle.

Borreliose:

Die Borreliose, die durch das Bakterium Borrelia burgdorferi verursacht und durch den Holzbock übertragen wird, stellt insofern ein Problem dar, da sie häufig nicht erkannt wird. Neben allgemeinen unspezifischen Symptomen, wie gestörtes Allgemeinbefinden, Anorexie und Fieber, werden besonders Gelenksentzündungen und wechselnde Lahmheiten beobachtet. Der Krankheitsverlauf entwickelt sich oft erst nach Monaten, so daß der Zusammenhang zwischen dem Zeckenbiss und den Symptomen leicht übersehen wird. Frühzeitig diagnostiziert läßt sich die Borreliose mit Antibiotika gut bekämpfen.

FSME:

Die Frühsommermeningoenzephalitis wird durch ein Virus (Flavovirus) ausgelöst, das auch durch den Holzbock übertragen wird. Diese Krankheit tritt nur in bestimmten Gebieten Deutschlands auf (Süddeutschland). Neben Bewußtseinsbeeinträchtigungen findet man bei dieser Krankheit meist neurologische Symptome und i. d. R. Fieber. Zur Vorbeugung steht beim Menschen eine Schutzimpfung zur Verfügung, den Hund kann man nur durch eine Zeckenprophylaxe schützen.

Zeckenprophylaxe:

Das Ziel bei einem Schutz vor Zecken sollte eine Zeckenprophylaxe sein, so daß die Zecken abgetötet werden, bevor sie sich fest-beißen und Blut saugen. Nur so kann eine Übertragung von Krankheitserregern ausgeschlossen werden.
Nur Substanzen, die als Repellent wirken, können den Biß der Zecke verhindern. Sie halten die Parasiten von der Haut fern, gleichzeitig nehmen die Parasiten aber durch ihre Fluchtversuche genug chemische Substanz auf, so daß sie abgetötet werden. Diese Repellenteigenschaft besitzt z. B. der Wirkstoff Permethrin. Permethrin wird in der wissenschaftlichen Fachliteratur als sehr gut verträglich beschrieben.
Den Wirkstoff Permethrin gibt es in mehreren Formulierungen, wie Halsbänder, Puder, Shampoos und auch als spot-on Präparat (z. B. EXspot®). Als besonders praktisch haben sich die spot-on Präparate bewiesen. Dies sind Lösungen, welche in kleinen Ampullen verpackt sind und direkt punktuell auf die Haut aufgetragen werden. Bei dem spot-on Präparat EXspot® (nur für Hunde) verteilt sich die Substanz über die Hautoberfläche innerhalb von 24 h und wird dann in den oberen Hautschichten eingelagert. Die Wirkungsdauer beträgt 4 Wochen, da das Präparat mit der Zeit durch die natürliche Hautschuppung abgestoßen wird. Der Hund kann unbedenklich gestreichelt werden. Regen, aber auch gelegentliches Baden beeinträchtigt die Wirkung nicht.

Falls sich doch eine Zecke festgebissen hat, sollte diese unter “Streßvermeidung” möglichst schnell und schonend entfernt werden, da es sonst zu einer verstärkten Übertragung der Krankheitserreger kommen kann. Die Krankheitserreger befinden sich unter anderem in den Speicheldrüsen im Hinterleib. Eine Quetschung des Zeckenkörpers sollte daher vermieden werden. Am besten wird die Zecke unter einer leichten Drehbewegung mit einer Pinzette entfernt. Ein Betäuben der Zecke mit Öl, Klebstoff oder sonstigen “Hilfsstoffen” sollte tunlichst vermieden werden. Falls der Zeckenkopf in der Haut verbleibt, so wächst dieser meist nach einer gewissen Zeit heraus. Er kann sich aber auch abkapseln und bleibt so als kleines Knötchen zurück. Wenn eine Entzündung entsteht, sollte ein Tierarzt aufgesucht werden.
Zecken stellen ein nicht unerhebliches Risiko für Ihren Hund dar. Eine Prophylaxe gegen Zeckenbefall ist einfach möglich - der verantwortungsvolle Hundehalter schützt daher seinen Vierbeiner regelmäßig mit modernen spot-on Präparaten wie z. B. EXspot®.


Autor: Dr. med. vet. Martin Pauli, Waldkirchen